Bei einer kirchlichen Hochzeit bitten die Beteiligten Gott in den Fürbitten um etwas für andere Menschen. Sie können dem Brautpaar, den Familien, Erkrankten, Verstorbenen oder Menschen in Not gelten. Jede Fürbitte nennt eine konkrete Bitte und bleibt kurz.
Der Ablauf, die Zahl der Fürbitten und die Antwort der Gemeinde hängen davon ab, ob der Gottesdienst evangelisch oder katholisch ist. Sprecht Reihenfolge, Wortlaut und Vortrag mit der Pfarrerin, dem Pfarrer oder dem Priester ab.
Was Fürbitten ausdrücken
In einer Fürbitte bitten die Beteiligten Gott um etwas für andere Menschen. Glückwünsche an das Brautpaar gehören an eine andere Stelle. Statt „Wir wünschen euch viele glückliche Jahre“ passt zum Beispiel: „Guter Gott, begleite [Name] und [Name] auf ihrem gemeinsamen Weg und stärke sie in Vertrauen und Geduld.“
Bei der Feier ist Platz für Glückwünsche und persönliche Worte, etwa in einer Ansprache oder beim Fest. In den Fürbitten bitten die Mitwirkenden für andere Menschen oder Anliegen. Dazu gehören auch Menschen, die nicht mitfeiern können.
Ablauf der Fürbitten im Gottesdienst
Im evangelischen Traugottesdienst gehören die Fürbitten üblicherweise zum Schlussteil. Sie folgen auf die Trauung und den Segen; danach schließen sich in der Regel das Vaterunser und der abschließende Segen an.
Im katholischen Gottesdienst stehen die Fürbitten nach der Trauung und dem Brautsegen. Wird die Trauung mit einer Messe gefeiert, folgt danach die Eucharistiefeier. Bei einer Wort-Gottes-Feier schließt sich üblicherweise das Vaterunser an. Die genaue Reihenfolge bespricht das Paar mit dem Priester.
Bei einer katholisch-evangelischen Trauung legt das Paar mit den Geistlichen fest, welcher Gottesdienstordnung die Feier folgt. Deshalb gibt es keine einheitliche Reihenfolge für alle sogenannten ökumenischen Trauungen. Der grundlegende Ablauf des Gottesdienstes bleibt bestehen. Lesungen, Musik und Fürbitten lassen sich aber häufig gemeinsam planen.
Wie viele Fürbitten passen
Es gibt keine feste Zahl. Kirchliche Empfehlungen nennen etwa vier bis sieben Gebete; andere empfehlen fünf oder sechs. Für viele Trauungen sind fünf oder sechs kurze Fürbitten ein guter Ausgangspunkt. Richtet euch nach den Vorgaben der Gemeinde und der verfügbaren Zeit im Gottesdienst.
Jede Fürbitte sollte einen eigenen Schwerpunkt haben. Wenn mehrere Menschen lesen, können sie die Themen vorher aufteilen: eine Person übernimmt das Brautpaar, eine andere die Familien und Freunde, eine weitere Menschen, die fehlen oder Unterstützung brauchen. So wiederholen sich die Anliegen weniger.
Wer schreibt und liest
Das Paar kann die Texte selbst verfassen oder Angehörige und Freunde darum bitten. Auch Trauzeugen können mitwirken. Die Geistlichen helfen bei der Abstimmung und prüfen, ob Inhalt, Reihenfolge und Sprache zum Gottesdienst passen.
Eine Person kann alle Fürbitten lesen; ebenso können sich mehrere Lesende abwechseln. Fragt vorher, ob die ausgewählten Personen sich mit dem Vortragen wohlfühlen. Am Hochzeitstag muss das Brautpaar diese Aufgabe nicht selbst übernehmen.
Klärt außerdem, ob die Gemeinde nach jedem Gebet gemeinsam antwortet und ob sie die Antwort spricht oder singt. Nicht jede Gemeinde verwendet dieselbe Antwort. Lasst euch den endgültigen Ablauf vorher bestätigen und gebt den Lesenden die Texte in gut lesbarer Form.
Kurze Fürbitten schreiben
Eine Fürbitte kann mit einer Anrede an Gott beginnen und dann eine konkrete Bitte nennen. Ein bis drei kurze Sätze reichen meist, damit die Gemeinde den Gedanken gut versteht. Schreibt pro Fürbitte möglichst nur ein Anliegen und vermeidet persönliche Details, die Betroffene bloßstellen könnten.
Beginnt beim Brautpaar und seiner gemeinsamen Zukunft. Bezieht anschließend Familie und Freunde ein, bevor ihr an Menschen denkt, die fehlen oder Hilfe brauchen. Eine Bitte für Frieden und Gerechtigkeit kann den Blick über die Hochzeitsgesellschaft hinaus richten.
Fünf Fürbitten zur Hochzeit
Die folgenden Formulierungen sind Vorschläge. Namen, persönliche Bezüge und die Antwort der Gemeinde sollten mit den Geistlichen abgestimmt werden.
Für das Brautpaar
Guter Gott, begleite [Name] und [Name] auf ihrem gemeinsamen Weg. Schenke ihnen Vertrauen, Geduld und die Kraft, auch in schwierigen Zeiten füreinander da zu sein.
Für Familie und Freunde
Guter Gott, wir bitten dich für die Familien und Freundinnen und Freunde des Brautpaares. Lass ihre Verbundenheit wachsen und hilf ihnen, [Name] und [Name] mit Liebe und Verständnis zur Seite zu stehen.
Für Erkrankte und Abwesende
Guter Gott, sei bei den Menschen, die heute gern mit uns feiern würden, aber nicht hier sein können. Schenke den Kranken Kraft und allen, die sich einsam oder belastet fühlen, Trost und Nähe.
Für Verstorbene
Guter Gott, wir denken an die Menschen, die dem Brautpaar nahestanden und heute fehlen. Bewahre die Erinnerung an sie und schenke allen Trauernden Trost.
Für Menschen in Not
Guter Gott, wir bitten dich für Menschen, die von Krieg, Gewalt oder großer Not betroffen sind. Stärke alle, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, und lass Hilfe dort ankommen, wo sie gebraucht wird.
Fürbitten vor dem Gottesdienst abstimmen
Vor der Trauung sollte feststehen, wer liest, welche Fürbitte an welcher Stelle kommt und wie die Gemeinde antwortet. Gebt jeder lesenden Person ihren Text rechtzeitig und klärt, ob ein Mikrofon bereitsteht. Lasst die Geistlichen die endgültige Fassung und Reihenfolge bestätigen.
